03.06.2009, Düsseldorf

 

Henkel auf der Techtextil 2009

 

Technologiewandel in der Textillaminierung

Der Einsatz von Schmelzklebstoffen in der Textillaminierung findet immer mehr Verwendung. Bei Investitionen in neue Anlagen setzen Hersteller verstärkt auf die Kaschierung mit Hotmelts, die sich aufgrund ihrer vielfältigen Vorteile gegenüber etablierten Technologien durchsetzen. Als weltweit führender Hersteller von Industrieklebstoffen präsentiert Henkel innovative Produktlösungen für die Textillaminierung auf der diesjährigen Techtextil in Frankfurt am Main.

In der Textillaminierung spielen Schmelzklebstoffe eine zunehmend wichtige Rolle. Gegenüber traditionellen Verfahren bietet die Hotmelt-Technologie zahlreiche Vorteile in der Prozessgestaltung, verringert die Produktionskosten und leistet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Fast alle namhaften Maschinenhersteller für Klebstoffaufträge bieten deshalb mittlerweile Kaschieranlagen für die Verklebung von Textilien an, auf denen sich unterschiedlichste Auftragsverfahren realisieren lassen. Hotmelts werden in festem Zustand ausgeliefert und bei Temperaturen zwischen 90°C und 180°C aufgeschmolzen. In flüssiger Form werden diese dann auf eines der beiden zu verklebenden Substrate aufgebracht und sofort mit dem anderen zusammengefügt. Der entsprechende Klebstofftyp ergibt sich aus dem verwendeten Auftragssystem, dem zu kaschierenden Material und aus dessen Anforderungsprofil.

Mit seinen Marken LIOTEX und PUR-FECT bietet Henkel ein breites Produktportfolio, um die Eigenschaften verschiedenster Materialien zu einem leistungsstarken Textilverbund  zu verknüpfen. Ein modernes Anwendungsbeispiel stellt die Beschichtung von Teppichrücken sowie die Schaum-Textil-Laminierung dar. Henkel hat hierfür leistungsstarke Schmelzklebstoffe entwickelt, die optimal auf die besonderen Anforderungen des jeweiligen Anwendungsgebietes abgestimmt sind.

„Bei der Produktion von Teppichen und textilen Bodenbelägen, aber auch von Kunstrasen war bisher der Einsatz von Latex-Dispersionen zur Verankerung der Teppichfasern im Grundgewebe Stand der Technik. Bei Neuinvestitionen in Maschinen setzen die Teppich-Hersteller jedoch verstärkt auf Schmelzklebstoffe“, sagt Alejandro Schönhoff, Produktmanager Fiber &  Fabric. Das hat einen Grund, denn die Hotmelt-Technologie bietet im Gegensatz zu Latex-Beschichtungssystemen zahlreiche Vorteile.

Schmelzklebstoffe bestehen zu 100 Prozent aus Festkörpern. Im Gegensatz zu Latex-Dispersionen wird bei ihrer Anwendung kein Wasser verschwendet um sie zu lösen. Bei Latex-Dispersionen verdunstet im anschließenden Trocknungsprozess etwa die Hälfte der aufgetragenen Masse. Durch den Einsatz von Schmelzklebstoffen kann die Trocknung komplett entfallen. Das sorgt zudem für drastische Einsparungen bei den Energiekosten. „Im direkten Vergleich sind das etwa 70 Prozent, selbst wenn man berücksichtigt, dass für das Aufschmelzen der Hotmelts ebenfalls Energie notwendig ist“, so Schönhoff. Ein weiteres Plus ist die offene Zeit der LIOTEX-Klebstoffe. Die aufgetragene Schmelze kühlt schnell ab, so dass die Teppichbeläge ohne großen Zeitverlust weiterverarbeitet werden können. Anders als bei Latex-Beschichtungen kann zudem die Laminierung eines Zweitrückens zur Verbesserung der Optik in nur einem Arbeitsschritt erfolgen – eine erhebliche Vereinfachung des Produktionsprozess.

Aufgrund ihrer guten Umweltverträglichkeit werden moderne Hotmelt-Technologien auch für die Schaum-Textil-Laminierung eingesetzt. Ob zur Herstellung von  Automobilinnenraumverkleidungen oder von BHs – mehr und mehr ersetzen reaktive Schmelzklebstoffe auf Polyurethan-Basis die Flammkaschierung als etabliertes Verfahren, bei dem der Materialverbund durch das Abflammen der obersten Schaumstoffschicht zustande kommt. Der Vorteil von Schmelzklebstoffen: Anders als bei der Flammkaschierung entstehen bei der Applikation keine CO2-Emissionen. „Davon profitieren auch die Hersteller, da bei der Umstellung auf die neue Technologie zusätzliche Investitionen in kostenintensives Sicherheits-Equipment, wie zum Beispiel Aktivkohlefilter, entfallen“, sagt Norman Woehlbier, Produktmanager Fiber &  Fabric.

Berücksichtigt man darüber hinaus den Materialverlust, der beim Abflammen des Schaums entsteht, so bewegen sich beide Technologien im vergleichbaren Preisspektrum. Neben den genannten Vorteilen in punkto Umweltschutz bieten die Schmelzklebstoffe der Henkelmarken LIOTEX und PUR-FECT jedoch auch eine deutlich höhere Flexibilität bei der Auswahl der Verbundmaterialien. So werden beispielsweise zur Herstellung von hochwertigen BHs vermehrt aliphatische PUR-Schäume eingesetzt, die auch bei direktem Kontakt mit UV-Licht auf Dauer nicht vergilben. „Diese Schäume sind jedoch wie viele andere Materialien nicht flammkaschierbar“, sagt Woehlbier. „Im direkten Vergleich weiß die Hotmelt-Technologie für die Textilkaschierung also auch im Hinblick auf ihre  Anwendungsvielfalt zu überzeugen.“

Henkel auf der Techtextil
Ausführliche Informationen zum Produktportfolio von Henkel für das gesamte Gebiet der Textilkaschierung und -beschichtung erwarten Besucher am 16. bis 18. Juni auf der Techtextil 2009 in Frankfurt am Main (Halle 3, Standnummer D75).