01.07.2009, Düsseldorf

 

Blick auf den gesamten Produktzyklus

 

Verantwortung auf der ganzen Linie

Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz und soziales Engagement. Nachhaltiges Wirtschaften fängt bei Henkel mit der Auswahl der Rohstoffe für die Markenprodukte an, betrifft Produktion, Vertrieb, Verbraucherkommunikation und berücksichtigt die Anwendung genauso wie die Entsorgung – zieht sich also durch die ganze Wertschöpfungskette. Bei einer Informationsveranstaltung am 1. Juli zeigten Experten an Praxisbeispielen, wie im Bereich Wasch- und Reinigungsmittel das Unternehmen seine Verantwortung wahrnimmt, und warum das gerade in Krisenzeiten wichtig ist.

Nachhaltiges Wirtschaften zeigt sich nicht nur in einzelnen sozialen Projekten und Spenden. Es geht vielmehr um Fragen wie: Wo kommen die Rohstoffe für die Produkte her, und wie viel Energie verbraucht die Produktion? Wie ist der Energieverbrauch bei der Produktanwendung? Sind die Inhaltstoffe biologisch abbaubar? Anhand der Initiative „Qualität & Verantwortung“ des Unternehmensbereichs Wasch-/Reinigungsmittel zeigten Henkel-Experten bei einer Informationsveranstaltung am 1. Juli, wie sich das Prinzip der Nachhaltigkeit durch alle Phasen des Produktzyklus zieht. „Unser Anspruch ist, einen neuen Qualitätsstandard im Markt zu setzen und auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit die Themenführerschaft in den für uns wichtigen Märkten zu übernehmen“, sagt Dr. Friedrich Stara, Mitglied des Vorstands von Henkel und verantwortlich für das weltweite Wasch- und Reinigungsmittelgeschäft. „Für unsere Wasch- und Reinigungsmittelmarken ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Innovationstreiber und trägt zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens entscheidend bei.“

Beispiel Rohstoffe
Henkel setzt seit Jahrzehnten Inhaltsstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe ein. Ein Beispiel sind die Rohstoffe für die waschaktiven Substanzen – die Tenside. Diese können aus Palmkernöl hergestellt werden. Hier engagiert sich Henkel seit 2003 beim so genannten "Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl" (Round Table for Sustainable Palmoil, RSPO). Um ein „Book & Claim“- System für Palmkernöl aus nachhaltigem Anbau voranzutreiben, hat Henkel als weltweit erstes Unternehmen Zertifikate für die Produkte seiner Marke Terra Activ gekauft. Deren Inhaltsstoffe basieren bis zu 85 Prozent auf nachwachsenden Rohstoffen.

Beispiel Produktion und Distribution
Henkel hat sich das Ziel gesetzt, ausgehend von 2007 bis zum Jahr 2012 den auf eine Tonne Produktionsmenge bezogenen Energieverbrauch um 15 Prozent und den Wasserverbrauch um zehn Prozent zu senken. Außerdem soll die Abfallmenge um zehn Prozent sinken. Das kann nur mit einer sehr effizient arbeitenden Produktion erreicht werden. An allen Produktionsstandorten suchen Fachleute deshalb nach Einsparpotenzialen und optimieren regelmäßig die Anlagen. Zum Beispiel konnte durch eine neue Technik bei der Drucklufterzeugung und -nutzung am Standort Wien der Energieverbrauch um rund 45 Prozent herabgesetzt werden.

Beispiel Anwendung
Im gesamten Lebenszyklus vieler Henkel-Produkte entstehen die meisten klimaschädlichen Treibhausgase nicht bei der Herstellung, sondern erst bei der Anwendung: zum Beispiel beim Aufheizen der Waschmaschine oder beim maschinellen Geschirrspülen. Henkel optimiert daher ständig die Rezepturen der Wasch- und Reinigungsmittel, damit sie bei immer niedrigeren Temperaturen schon eine sehr hohe Leistung entwickeln – wie bei Persil Actic Power, Somat 7 oder Somat 9. Damit können die Verbraucher über die Wahl von niedrigen Anwendungs-Temperaturen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig Geld sparen.

Ein Beispiel: Wäscht man bei 30 statt 60 Grad Celsius, liegt in Deutschland die durchschnittliche Einsparung von klimaschädlichen Treibhausgasen bei rund 480 Gramm CO2 pro Maschinenwaschgang. Dies klingt zunächst nach einem kleinen Schritt. Bei drei Wäschen in der Woche summiert sich das Einsparpotential auf rund 74 Kilogramm CO2 im Jahr. Das entspricht ungefähr dem CO2-Ausstoß eines Mittelklassewagens auf der Strecke von Hamburg bis Frankfurt (400 km). Bei etwa 40 Millionen Haushalten in Deutschland mit durchschnittlich 155 Wäschen pro Jahr ergibt das ein eindrucksvolles Einsparpotenzial.

Entsorgung
Wasch- und Reinigungsmittel geraten nach dem Gebrauch bestimmungsgemäß in die Umwelt. Die wichtigsten Faktoren hier sind die Verbesserung der biologischen Abbaubarkeit sowie die Auswahl von Inhaltsstoffen mit möglichst niedrigen ökotoxikologischen Wirkungen. Henkel hat bereits 1958 mit einem Umweltmonitoring-Programm im Rhein bei Düsseldorf begonnen. Auch in der Entwicklung von Computer-basierten Vorhersageinstrumenten für die Konzentration von Inhaltstoffen in der Umwelt oder beim Phospatersatz hat Henkel Pionierarbeit geleistet.